Meine Mama sagt immer …

„und wenn du denkst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her“

Das sagt sie immer – immer, wenn es einem nicht gut geht, wenn man nicht weiter weiß, wenn man nicht mehr kann.

Als ich gerade b’emmchens Milchflaschen spüle und dabei mal wieder ein Tränchen vergieße – wie so oft die letzten Tage – höre ich hinter mir ein Tapsen .. Ammaaa Mamaaa eiiiiii“ *. Sie rennt auf mich los, klammert sich an mein Bein und möchte hoch genommen werden. Ich nehm sie in den Arm und sie drückt ihr kleines Köpfchen ganz sehr an meine Brust und macht „eiii“.

Es sind die kleinen Momente am Tag, die ihn l(i)ebenswerter machen, die einem das Gefühl geben gebraucht zu werden – das doch alles irgendeinen Sinn hat.

 

* eiiii -> kuscheln – hier oft verwendet mit „Emma machst du mit dem Teddy eiii?“

Ausquartiert.

Heute ist nicht nur für den Liebsten ein großer Tag, sondern auch für das b’emmchen und mich.

Wir haben ja schon einige Zeit überlegt die kleine Maus in ihrem Zimmer schlafen zu lassen und wollten dabei den Papurlaub nutzen. Da der ja Sonntag vorbei ist, wurde es nun doch Zeit.

Wir haben es ihr extrem gemütlich gemacht – neben dem Bettchen gibts jetzt noch eine Kuschelecke mit Teddys und Püppchen und ihren Lieblingsspielsachen – gestern haben wir noch ein tolles Nachtlicht besorgt. Mal sehen was jetzt die Nacht bringt.

Die letzten Wochen war es eher so, dass sie mitten in der Nacht weinend aufgewacht ist und sich nur beruhigen lassen hat, wenn sie bei uns in der Mitte weiter schlafen konnte. Den Mittagsschlaf hat sie heute schon ohne Probleme in ihrem Zimmer gemacht – ohne weinen aufgewacht, sondern mit einem „Papa“. (Im Moment sagt sie zu allem Papa – auch zu mir, den Katzen und sowieso  alles ist Papa)

Drückt uns die Däumchen, dass es ihr leichter fällt als mir „loszulassen“ 🙂

Die bisher schönste Zeit

Bevor wir uns jetzt nicht gleich falsch verstehen – es ist fast immer schön mit dem b’emmchen – manchmal auch schön anstrengend.

Seit gut 2 Wochen haben wir hier ein ganz verändertes b’emmchen. Sie lacht fast immer – geht freundlich auf völlig Fremde zu, sie kommt von sich aus zu mir und möchte kuscheln (!!!!), sie fängt wieder an ein bisschen Brei zu essen, sie trinkt wieder gut, sie möchte immer etwas von unserem Essen abhaben, sie macht so unglaublich motorische Fortschritte – allein in den 10 Tagen Urlaub ist sie von 5-6 Schritten allein laufen auf 20-30 Schritte gekommen, sie weint kaum, sie schläft tagsüber fast gar nicht mehr, die Nächte sind im Moment eher durchwachsen (letzte Nacht haben wir fast gar nicht geschlafen – im Urlaub hingegen war die ganze Zeit Ruhe, sie erkennt Zusammenhänge, reagiert auf unsere Fragen und Stimmungen, sie zeigt deutlich wenn sie etwas nicht mehr möchte usw ..

Ich könnte ewig schreiben – für mich ist das die bisher schönste Zeit, die ich mit ihr habe/hatte. Es ist alles so völlig unkompliziert, es macht den blödesten Tag um soviel strahlender – mein Mutterherz ist im Moment so gefüllt mit Glück und Liebe, dass es fast platzt 🙂

1. Jahr – Happy Birthday mein kleines großes b’emmchen

Mein liebes b’emmchen,

ich überlege seit Tagen wie ich diesen Post schreibe und was ich alles schreiben möchte.

Es kommt mir vor als sei es gestern gewesen, als ich vor lauter Aufregung nachts nicht schlafen konnte, weil ich wusste, dass du am nächsten Morgen auf der Welt sein würdest. In meinen Armen. Mein Kind. Unser größtes Glück. Ich werde die Stunden und Minuten vor dem Kaiserschnitt nie vergessen – ich habe gezittert vor Aufregung, musste weinen und war kaum noch zu beruhigen. Ständiges Gedankenkreisen – wird alles gut werden – bist du gesund – gehts dir gut.

Der 05.08.2011 um 10:12 Uhr – der Tag, der unser Leben grundlegend veränderte. Ich hätte die ersten Tage gern mehr genossen, wäre gern noch mehr für dich da gewesen und hätte dir so gern dein Leid abgenommen.

Nach 10 Tagen, am 15.08.2011 durften wir dich endlich mit nach Hause nehmen und das ständige pendeln zwischen Wohnung und Krankenhaus hatte ein Ende. Wir – zu dritt – eine Familie. Dieser Gedanke ist heute noch so unglaublich, dass er mich unheimlich rührt.
Der Alltag, der nie wirklich Alltag ist, konnte beginnen. Soviele Herausforderungen, schlaflose Nächte, unheimlich sensible Momente und eine Liebe, die man nicht in Worte fassen kann.

Nach 2 Monaten Teilpumpstillen mussten wir das leider aufgeben – aber ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich alles erdenklich mögliche versucht habe, um dich zu stillen. Die Flaschen waren also nun unsere Freunde und ehrlich gesagt, haben wir schon vor der Geburt geübt wie das funktioniert. Sah dann so aus:

Die ersten Monate waren so aufregend – es ist so viel passiert und du hast dich unheimlich entwickelt. Greifen, Köpfchen heben, umdrehen, lächeln, quiecken, brabbeln. Und ich habe gelernt die Welt mit deinen Augen zu sehen – um dich verstehen zu lernen. Das gelingt mir mal mehr und mal weniger, aber ich gebe mir Mühe – ganz bestimmt.

Seitdem du krabbeln kannst, entdeckst du immer mehr unsere Welt – nimmst mehr am Leben teil, willst forschen, untersuchen, dabei sein. Stellst alles auf den Kopf, bringst uns durcheinander, organisierst um. Nichts,w irklich nichts ist mehr wie vorher und das ist schön – wir haben eine neue Aufgabe – dich.

Aber nicht nur uns hast du verändert – auch den Rest der Familie. O+O haben sich gleich in dich verliebt und freuen sich immer unheimlich, wenn du sie besuchen kommst und bei ihnen bleibst. Anfangs hatte ich so meine Bedenken – weiss auch nicht so recht warum – vielleicht weil ich dich abgegeben habe, aber das war alles grundlos. Die Beiden sind die besten Großeltern, die du dir vorstellen kannst. Und auch dein Onkel würde alles für dich geben, damit es dir gut geht.


Du hast uns so viel geschenkt. Dein Lächeln ist bezaubernd; das erste Mama und Papa hat mich zu Tränen gerührt; das herzliche laute Lachen, wenn du dich freust; die ersten Gehversuche, die mich wahnsinnig Stolz gemacht haben und das unendliche Vertrauen welches du in uns hast – jeder Tag mit dir ist ein Geschenk, auch wenn ich manchmal nicht weiter weiß und bei O+O ganz verzweifelt anrufe und Rat suche, weil du weinst und schreist und ich dir nicht helfen kann. Aber diese Tage gehören dazu – sie lassen uns wachsen, stärker werden.

Ein bisschen Statistik für das erste Lebensjahr muss natürlich auch sein:

– volle Windeln: ca. 3000 Stück
– Nächte mit Mama auf der Couch verbracht: ca. 50
– „da“ gesagt: gefühlte eine Million Mal
– „miau“ gesagt: auch gefühlte eine Million Mal
– aus dem Bett gefallen: 1 Mal
– von der Couch gefallen: 4 Mal
– das erste Mal ohne Mama und Papa geschlafen: am 01.11.11
– bei O+O übernachtet: ca.  30 Mal
– O+O+O besucht/ Besuch bekommen: ca. alle 2 Wochen
– bei Schwiegermutter übernachtet: 0 Mal
– Schwiegermutter insgesamt gesehen: ca. 10 Mal
– andere angepullert: ca. 10 Mal
– vor die Dusche gepullert: 3 Mal
– hinter den Fernseher gepullert: 1 Mal
– andere vollgekotzt: zu oft
– frisch renovierte Wand angekotzt: 2 Mal
– Kopf am Tisch/Schrank/Kasten/sonstwo gestoßen: irgendwie auch viel zu oft
– krank gewesen mit Besuch beim Arzt: 2 Mal
– geimpft worden: 3 Mal
– Küchenschrank ausgeräumt: gefühlte 1000 Mal
– auf dem Arm eingeschlafen: ca. 150 Mal
– Zähne: 7 Stück
– bisher mitgefahrene Kilometer: ca. 5500
– Schnuller verbraucht: 14 Stück
– Fieber über 39 Grad: 3 Mal
– Klamotten: bestimmt 10 mal soviel wie Mama und Papa
– Mülleimer durch die Wohnung geschoben: 4 Mal
– Mama zur Verzweiflung gebracht: zu oft
– gelacht: oft und herzlich
– geschrien und geweint: oft und bitterlich

Mein Herz, ich wünsche dir ein aufregendes, tolles, liebevolles neues Lebensjahr. Ich wünsche mir, dass es dir immer gut geht; das du Spaß hast; dass du dich geborgen und wohl fühlst; dass du deine kleine Welt weiter entdeckst, erforschst und lieben lernst.

Ich liebe dich von ganzem Herzen
Deine Mama ♥

Von 0 auf 180

Heute Früh hab ich es dann nach 9 Monaten doch endlich mal geschafft meinen neuen Ausweis mit dem neuen Nachnamen zu holen. Da wollt ich gleich noch den Kinderreisepass für die Kleine mitnehmen – man liest und hört ja schließlich überall, dass man den sofort mitnehmen kann. Denkste.

„Da gehn se ma bidde in die zentrale Meldestelle – aber bring se Zeit mit, das dauert so 2-3 Stunden“
„Ich soll bei 30 Grad mit Baby (ja sie ist noch ein Baby – auch wenn es nur noch 3 Tage sind) 2-3 Stunden in einem stickigen Wartedings warten für einen scheiss Pass, den man sofort mitnehmen kann?“
-> Puls – von 0 auf 180
Lösung: Eilantrag im Bürgerbüro meines Stadtteils – Dienstag abholen in der Meldestelle – auch ohne Kind möglich.
Anschließend Autobahn. Dreckseck äh Dreieck Dresden West – Stau. 33 Grad – die Sonne knallt. Wir schwitzen – b’emmchen und ich.
-> von 0 auf 180 km/h – gar nicht.

(und mal ganz nebenbei bemerkt – ich bin ja echt ein bisschen cholerisch beim Autofahren – ich hasse Rentner, ich hasse Frauen und ich hasse Machos hinterm Steuer – ALLE können sie nicht fahren. Es ist zum kotzen – ganz ehrlich. Und bei der Wärme drehen die alle nochmal so richtig durch. -> Puls steigt)

Nach 2 Stunden endlich bei O+O angekommen. Zum Friseur – ich war schon ewig nicht mehr – Spitzen schneiden, quatschen, entspannen
-> Wohlfühlgefühl von 0 auf 180

Ich brauche auch dringend noch eine kurze Hose – gibts aber nirgends – keine die mir gefällt oder nicht grad 200 Euro kostet – ich sehs schon kommen – ich muss nackig in den Urlaub fahren.

Also fahr ich wieder zu O und b’emmchen – und was macht die Kleine – läuft mehrmals 5-8 Schritte komplett allein! Und wie sie sich gefreut hat. Hach.
-> Stolz von 0 auf 180

B’emmchen bleibt jetzt bis Sonntag bei O+O und kommt als Geburtstagskleinkind wieder – ich pack das einfach nicht zusammen mit ihr alles vorzubereiten, kochen, backen, putzen, einkaufen. Wäre sie ein tiefenentspanntes Kind würde das sicher gehen, aber da bleibt sie lieber bei ihren allerliebsten Großeltern und alles ist gut. Ausserdem kommen sie ja alle schon gleich Sonntag morgen 🙂
-> Stressfaktor von 0 auf 180 – sonst wären es wohl 360

Probefahren. Laguna. Ich fahre ja normal einen Twingo GT (gechipt hrhr) – das Herzauto von meinem Bruderherz – aber der ist für den Urlaub einfach zu klein – wenn der Kinderwagen drin ist, bleibt kein Platz mehr im Kofferraum. Also bekommen wir den 10 mal so großen Laguna meines Papas. Der hat bestimmt auch 200000 PS mehr wie mein Twingi, obwohl der schon über 100 hat. Ich hab den natürlich gleich mal verrecken lassen, obwohl das ein Diesel ist 😀
Mein Papa hatte ein ein bisschen Schweiß auf der Stirn und sich an der Tür festgehalten (hab ich genau gesehen) – ich hätte mich auch gern an der Tür festgehalten, aber ich musste ja fahren 😉
Wird schon gut gehen – mit dem schicken großen Auto.
-> Platzangebot von  0 auf 180

Auf der Rückfahrt massiv angebaggert worden. So ab 17:00 Uhr fahren ja die ganzen Montagefahrer, Handwerker und Bauarbeiter nach Hause – in ihren Bullis. So natürlich auch heute. Ein roter Bulli – 5 Mann Besatzung – so ein Bulli fährt ja bestimmt max. nur 150 km/h, wenn überhaupt. Der Twingi schafft 200 (so schnell bin ich natürlich nicht gefahren – könnte ich aber 😀 ) – aber die haben trotzdem immer versucht mich einzuholen – konnten sie dann auch, ich halte mich ja an Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ungeahnte Winkorgien im Bulli, dementes Grinsen und unkontrolliertes Gehupe. Hach. 60 km ging das so.
-> Spaßfaktor von  0 auf 180

Übrigens – Bruderherz – ich habe heute die 30000 km Marke geknackt 🙂

Kaputt gespielt

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