Feststellung.

Ich bin ja mehr oder weniger aktiv in einem Forum wo es um Kinderwunsch, Schwangerschaft und Co. geht. Dieses Forum hat mich mehr oder weniger die gesamte Zeit begleitet und es gab auch eine Gruppe von Mädelz die mit mir gehibbelt haben, fast gleichzeitig schwanger wurden – die Augustis. Fast alle von diesen Mädelz sind jetzt wieder schwanger. Auch in der kleinen Blogwelt werden es immer mehr.

Ein kleines bisschen Neid ist da schon, aber die Vernunft sagt, dass das jetzt absolut falsch wäre. Fest steht aber für mich und ich denke für den Liebsten auch, dass das b’emmchen kein Einzelkind bleiben wird.

Das hat zwei Gründe. Zum Einen habe ich ja auch einen großen Bruder (der Liebste auch) und auch wenn in unseren jüngeren Tagen nicht nur Friede Freude Eierkuchen war, haben wir immer zueinander gehört. Ich bin froh ihn zu haben und ganz sehr stolz einen großen Bruder zu haben.
Zum Anderen habe ich das Gefühl irgendwo tief in mir drin, dass wir so noch nicht komplett sind.

Und dann sind wir auch schon beim richtigen Zeitpunkt. Gibt es überhaupt einen richtigen Zeitpunkt? Wenn wir ehrlich sind, spricht immer irgendwas dagegen – sei es Beruf, Geld oder Zeit. Wenn es aber immer nur darum ginge, wäre b’emmchen jetzt auch nicht da.

Da ich aber merke, dass mir Abwechslung fehlt – vorallem ich auch gern wieder arbeiten würde und ich mir im Moment nicht richtig vorstellen kann wieder von vorn anzufangen was ein kleines Menschlein betrifft, ist es wohl jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. So ein kleines bisschen Wunsch ist aber trotzdem da. Ach .. doof das.

Rückblick.

Juli 2010

Ich bin nervös – fühle mich schon seit Tagen ganz anders. Ich bin im Bad und packe dieses kleine Ding aus und warte. Warte. Schwanger 1-2 Wochen steht da und ich kann es kaum glauben. Wie soll das passiert sein – ich nehme doch die Pille?!

Ich mache ein Foto von dem Test. Renne aufgeregt durch die Wohnung, weil der Liebste grad nicht da ist und ich nicht weiß wohin mit meinen Gefühlen. Bis abends kann ich nicht warten und schicke ihm eine Nachricht mit dem Bild. Es kommt eine gefühlte Ewigkeit nichts zurück – woher soll ich auch wissen, dass er gerade eine Besprechung hat.

20:00 Uhr – er kommt nach Hause und wir umarmen uns ganz lang. Er freut sich. Ich mich auch. Es war nicht geplant und trotzdem löst es irgendwas großartiges in uns aus. Ich bekomme ein Baby.

Es dauert Wochen bis zum ersten Termin bei der Ärztin. Wir fahren erstmal in den Urlaub und malen uns aus wie es sein wird – so als kleine Familie. Wir geben dem Bauchbewohner einen Kosenamen – Stöpsel. Unser kleiner Stöpsel.

August 2010

Ich hatte endlich den Termin bei der Ärztin und konnte nur eine Fruchthöhle sehen – sie beruhigt mich und sagt mir, dass man noch nicht mehr sehen muss und gibt mir einen Termin in einer Woche. Ich bin ein wenig verunsichert und habe das Gefühl, dass etwas nicht stimmt – aber ich vertraue ihr.

Beim nächsten Termin sehe ich endlich das Herz blubbern. Wie schön es aussieht. Mein Kind was da wächst. Ich bin überwältigt von meinen Gefühlen – ich bekomme ein Ultraschallbild.

Wenige Tage später bekomme ich Blutungen. Es ist Donnerstag, der 12.08.2010. Ich fahre wieder zur Ärztin. Kein Herzschlag mehr. Die Welt bricht zusammen – ich weiss nicht mehr wie ich nach Hause gekommen bin. Ich rufe den Liebsten mit tränenerstickter Stimme an und bitte ihn heim zu kommen. Er weint. Es vergehen zwei Stunden – er ist da und meine Eltern auch. Wir fahren zusammen in die Klinik – wir haben einen Schein von der Ärztin bekommen – in der Klinik hätten sie wohl bessere Geräte und vielleicht hat sie was übersehen.

Hat sie nicht. Ich soll wieder nach Hause fahren und Freitag wieder kommen – zur OP.

Freitag, der 13.08.2010 – eingebrannt in mein Herz, in meinen Kopf.

Noch heute denke ich oft an dieses kleine Wesen – auch wenn es undankbar erscheint, weil ich doch ein gesundes kleines Mädchen nur ein Jahr später auf die Welt gebracht habe. Vergehen diese Gefühle irgendwann wieder? Verschwindet der Kloß im Hals, wenn mir zufällig das kleine Buch in dem das Ultraschallbild klebt in die Hände kommt?

ruiniert – ist nun mal so!

Was war ich vor einem Jahr stolz auf meinen Babybauch. Ich hatte nicht so einen überdimensional großen Bauch – nein recht klein und schön rund und besonders die Arzthelferinnen schauten immer ziemlich skeptisch, wenn sie hörten, dass ich im 9. Monat bin. Tja nun.

Trotzdem blieb ich nicht von diesen überaus hässlichen und echt nicht ansehnlichen Streifen verschont. Natürlich kamen die erst kurz vor Schluss, als ich mich eigentlich schon heimlich freute keine zu haben. Aber es ist halt immer irgendwas.

Man hört und liest ja auch immer, dass nach der Geburt die Pfunde nur so purzeln – 3 Tage nach dem Kaiserschnitt stand ich auf der Waage (vor Schmerzen gekrümmt, denn die Narbe tat höllisch weh) – 4 Kilo waren weg. (b’emmchen wog 2600) das war also jetzt nicht wirklich viel. Bis November hab ich gewartet und gehofft, dass sich doch mal noch was tut. Da waren wir dann bei ca. 8 Kilo. Auch kein großes Kino und ich sah immer noch irgendwie schwanger aus. Wabbelwabbelwabbel.

Bis Februar hab ich es geschafft mein altes Gewicht wieder zu bekommen – bis heute sinds nochmal 5 kg weniger. Aber von der alten Figur bin ich meilenweit entfernt. Da helfen auch keine Situps, Liegestütze und sonstiger Quatsch den man so in der Wohnung machen kann. Und kommt mir jetzt nicht mit joggen. Ich hasse joggen – fast so sehr wie ich bügeln hasse.

Und wenn ich dann diese Frauen sehe, die 3 Tage nach der Geburt mit ihrer Hüfthose in Größe 34 den Kreissaal verlassen, dann spielt mein Kopfkino einen kleinen Amoklauf durch. (wirklich nur einen kleinen)
Wie machen die das? Was mache ich falsch?

Ich will im Schwimmbad nicht meinen eigenen Rettungsring mitbringen – nein, nein, nein!