Was ist es?

Je näher der Geburtstag rückt, desto öfter kommen mir einfach so ein paar Tränchen. Ich hab keine Ahnung warum – vielleicht meine eigene Aufregung, vielleicht ein bisschen Wehmut, vielleicht ein bisschen Angst vor dem was da noch kommt. Ich weiss es nicht.

Aber ich hoffe sehr, dass es aufhört, wenn der Sonntag vorbei ist.

Hallo? Wer hat mein Kind?

Mein b’emmchen ist nämlich weg. Kaum hatte ich den Post zum zweiten Teil des Schlafexperimentes fertig geschrieben, war natürlich alles wieder hinfällig und irgendjemand hat uns dieses kleine Schreimonster hingesetzt.

Schlafen? Was ist das? Tut das weh? Geht’s auch wenn ich vorher endlos lang und laut brülle?

Das dürften wohl die Fragen sein, die sich das b’emmchen momentan stellt und uns mehrere graue Haare bescheren. Und wenn ich hier von brüllen schreibe, dann meine ich Schreiattacken in allen erdenklichen Tonlagen – es wundert micht ehrlich, dass wir noch nicht wegen Kindesmisshandlung angesprochen wurden oder die Polizei vor der Tür stand, um uns abzuholen und b’emmchen in eine Pflegefamilie zu geben.

Ich habe keine Ahnung was sie hat – müde ist sie – so müde, dass sie schon fast im Stehen einschläft, aber sobald es Richtung Bett geht, ist es vorbei.

Kennt das jemand? Was hilft da? Geht das wieder weg?

Das Fräulein wächst

und gedeiht. Das merkt man nicht nur am Gewicht – im Moment sind es 8,2 kg  (das sind fast 400 g in knapp 4 Wochen – soviel hatten wir noch nie!) – sondern auch daran, dass sie mehr trinken möchte. Immer wenn sie groß werden will, trinkt sie mehr. Weitere Begleiterscheiungen sind noch ständiges ningeln, schlecht schlafen und jegliche Verweigerung von Brei.

Auch motorisch gehts weiter – auf die Couch klettert sie ohne Probleme und natürlich auch wieder runter – und das inzwischen so gut, dass man sie nicht mehr festhalten muss. B’emmchen findet das natürlich auch toll und macht den lieben langen Tag nix anderes als hoch und runter zu klettern.

Die Liebe für die Katzen flaut auch nicht ab – ich glaube ihr erstes Wort werde ich mit „Miau“ festhalten – alternativ noch „da!“

Einzig und allein das Essen ist nach wie vor unser Problem – Brei geht so gut wie gar nicht mehr, aber mit selbständigen Essen sind wir auch noch nicht soweit, dass man es als volle Mahlzeit ansehen könnte. Ich hab keine Ahnung was ich noch machen soll und bin so langsam am Ende mit meinem Latein. Jemand Vorschläge oder Tipps?
Übrigens – sie hat geschnallt wie das mit dem MAM Trainer funktioniert und ich bin uuuuunendlich stolz 🙂

Ich bin neidisch .. oder doch nicht?!

Genau, ich bin neidisch. Neulich beim Kinderarzt war es wieder. So ein kleiner gefühlt 10 Kilo wiegender, sieben Monate alter Wonneproppen. Total tiefenentspannt im MaxiCosi und nuckelte an einem Stück Holz rum. Zahnt wohl grad. Die Mutti saß daneben und strickte. Sie hatte Zeit zum stricken!!!

Ich habe das Gefühl alle Kinder sind so tiefenentspannt, ruhig, ausgeglichen und mindestens 5 Kilo zu schwer. Ausser B’emmchen. Quirlig, immer Action, krabbeln, laufen, rumkullern, Schrank einausräumen, Katzen erschrecken, Spielzeugkisteninhalt in der gesamten Wohnung verteilen, Mülleimer aufmachen, schreien wenn was nicht so funktioniert, ständig und immer volle Aufmerksamkeit. Es gibt kein tiefenentspannt. Gab es noch nie – nicht mal als Miniklitzekleinbaby. Selbst nach der Geburt gleich Drama mit Kinderstation (und ja, ich bin saufroh, dass wir das hinter uns haben).
Dabei ist zum Beispiel der Papa die Ruhe in Person – hier könnte eine Bombe einschlagen, die Russen kommen oder ich einen Wutanfall kriegen – er ist die Ruhe selbst. (ausser die Xbox brennt, das Linux geht nicht oder der Lötversuch ging daneben – dann ist tatsächlich Polen offen)
Und dann bin da noch ich. Eigentlich auch eine eher ruhige Natur, allerdings mit Hang zum Drama. Ich vergleiche mich gern mit einem Sim – die haben doch diese grüne Anzeige auf dem Kopf – und manchmal da wird die halt einfach rot. Bei mir auch – der Papa sagt, manchmal kommt Qualm aus meinem Kopf.  (ich finde, er übertreibt maßlos)

Und dann ist da noch die Sache mit dem Kuscheln. Vom hören-sagen ist mir bekannt, dass es Babys geben soll, die gern mit ihren Eltern kuscheln – lange und ausdauernd. Das muss schön sein. Glückwunsch, wenn du auch zu denen gehörst.
B’emmchen ist ein notorischer Nicht-Kuschler. Wobei .. wir schaffen es im Moment so ca. 10 Sekunden, dass sie ruhig auf mir liegen bleibt – so richtig mit Kopf hinlegen und so. Wahnsinn. Dafür wird sie gern getragen – am liebsten immer und überall – ausser sie hat grad ihre Alleinspielundentdeckerphase.

Die Alleinspielundentdeckerphase gab es auch lange Zeit nicht. Da ging gar nix ohne mich. Sie klebte wie Kaugummi an mir – leicht mit dem Bein schütteln, wenn sie grad dran hing, hat auch nicht geholfen. In der Wohnung vor ihr verstecken ging auch nur bedingt – Sichtkontakt musste ja auch sein, sonst wurde unser 11 Etagen-Wohnblock hysterisch zusammen geschrieen. Immerhin wussten die Nachbarn aber dann, dass sie da ist und mehr oder weniger Spaß hat.

Und jetzt sagt nicht, dass sind alles nur Phasen. Phasen. Scheißwort! Es gibt gute Tage und die anderen. Manchmal habe ich das Gefühl so manch Bloggerelternteil verdrängt diese anderen Tage und schreibt nahezu immer über diesen kleinen Sonnenschein, der das Leben erhellt, nie schreit, nie miese Laune hat, immer alles isst und natürlich von Geburt an durchschläft. 12 Stunden. Mindestens!

Das ist hier nicht so und das ist im Prinzip auch gut so. Kein tiefenentspanntes Kind, dafür eins voller Leben, Spaß, Wut, Sturheit, Liebe, Witz, Tatendrang.

Nun denn, ICH muss jetzt an meiner Tiefenentspanntheit arbeiten 🙂

Das Schlafexperiment

Nachdem meine Nerven beinahe kollektiven Selbstmord begehen wollten, musste nun dringend eine Lösung für das Einschlafproblem her. Da ich nicht so richtig wusste was genau denn jeetzt schief läuft und warum das B’emmchen sich manchmal bis hin zum Erbrechen schrie, musste ich dann doch mal nachfragen.

Dabei kam ein ganz interessanter Lösungsansatz heraus: „Ein Baby ist nicht müde genug, wenn es noch Zeit hat 2-3 Stunden Terror zu machen“

Bisher ging es am Tag 2-3 mal schlafen – vormittags, mittags und teilweise und auch nur manchmal nachmittags. Nachmittags ist aber meist eh schon weggefallen, weil es sonst noch später abends geworden wäre.

Nun hab ich mir überlegt, das B’emmchen vormittags auch nicht mehr schlafen zu legen – somit ist sie Mittags auch müde genug um nach dem Essen ins Bett zu gehen und nicht noch bis 14:00 rumzutoben. Geht sie erst 14:00 ins Bett und schläft 2 Stunden kommen wir vor 22:00 nicht zur Ruhe.

Seit 3 Tagen läuft nun schon unser Experiment – und – es klappt! Es dauert im Schnitt maximal 15 Minuten bis sie schläft – keine 1-3 Stunden. Und das alles ohne Geschrei, ohne Gekotze und Tränen.

Jetzt muss ich es nur noch schaffen, dass der Papa sie auch ins Bett bringen darf und das wir sie einfach so hinlegen können – also kein im Arm wiegen mehr – aber das hat noch ein wenig Zeit.