Mutter sein – auch so ein Internetding.

Es gibt Tage, da bin ich wirklich froh, dass ich mal schnell im Internet nachlesen kann, wenn ich eine Frage habe oder mir etwas unklar ist in Bezug auf mein Kind. Und dann gibt es diese Tage, wo mich diese Fragen von anderen Müttern in Foren, auf Facebook oder Twitter einfach nur nerven. Fragen, die sich schon mit ganz normalen Menschenverstand beantworten lassen – alternativ auch mit 5 Minuten nachdenken. Bei machen dieser Fragen, frage ich mich dann wie diese Mamas denn sonst so überlebensfähig sind – sorry, aber so ist das.

Warum lassen wir uns von allem so verunsichern und durcheinander bringen? Was ist schlimm daran geworden sich selbst zu bemühen um eine Lösung zu finden? Wieso verändern wir unser Verhalten, wenn Menschen aus dem Internet eine andere Meinung haben? Nehmen wir doch mal als Beispiel – Mutter A sagt, sie gibt ihrem Kind keinen Zucker vor dem ersten Geburtstag – Mutter B hingegen, findet das totalen Quatsch, weil es ja nun egal ist, ob das Kind 11 Monate und 29 Tage ist oder 12 Monate und einen Tag. Wir landen in einer Grundsatzdiskussion, die bei der Marke der Windel endet und einer Horde von Müttern, die am Ende noch verunsicherter ist als vorher. Gebracht hat es nichts, aber für Neumütter wird es dann wohl auf alle Zeit im Internet zu lesen sein.

Ein weiteres Beispiel – im Moment wohl auch noch ziemlich aktuell – die Gestaltung der Kindergeburtstage. Warum müssen sich Mütter, die sich echt viel Mühe gegeben haben dafür rechtfertigen, dass sie etwas Schönes gemacht haben? Wieso müssen sie einen kleinen Aufsatz schreiben, der im Wesentlichen nur erklärt, dass sie ihrem Kind etwas Gutes tun wollten?
Ich kann durchaus verstehen, dass manche nicht soviel Zeit, Geld, Nerven dafür investieren wollen – aber kann man das nicht einfach so stehen lassen? Müssen wir mit sinnfreien Kommentaren anderen Müttern den Tag versauen, obwohl diese eigentlich gar nichts Schlechtes wollten?

Es wäre schon toll, wenn einfach nur Mutter zu sein – ohne Rechtfertigung, Endlosdiskussionen – aber dafür mit mehr Akzeptanz für anderes Denken.

Liebe Mamas,

ich hab hier irgendwas noch nicht ganz verstanden und brauche jetzt echt mal eine Erklärung.

Jeder hat sie bestimmt schon gelesen – die Postings betreffend der Übermuttis. Geschrieben von Muttis, die meinen sie sind was besonderes, nur weil sie noch andere Interessen haben, keinen Babykurs besucht haben, nach einem Jahr wieder arbeiten gehen und natürlich nur Übermuttis in ihrem Umfeld haben.

Aber ist es nicht eigentlich normal? Und was genau ist eine Übermutti? Die Langzeitstillerin (wie lang ist eigentlich Langzeit?), die Vollzeitmama bis Lebensende – WAS macht sie denn aus? Und wo trifft man solche Mamas?

Ich hab ehrlich noch keine getroffen, noch nie mit der sogenannten Müttermafia Kaffee getrunken oder Ähnliches. Wobei man ja bei Mafia davon ausgehen muss, dass die ungern Kaffee trinken, sondern ihre Kinder mit Waffen ausstatten und auf andere Mamas loslassen. Ist das so?

Vielleicht bin ich ja auch so eine Übermutti und habs noch gar nicht gemerkt? Immerhin schreibe ich einen Blog über meine Tochter. Das müsste doch schon ausreichen, oder? Oder kann ich jetzt keine mehr werden, weil ich nur sehr kurz gestillt habe, b’emmchen Gläschenkost bekommen hat und mit der Flasche mehr oder weniger groß wurde? Babykurse haben wir auch nur von aussen gesehen. Mist. Wird das wohl nix.

Also bin ich eine aussergewöhnliche andere Art von Supermutti? Die, die Postings über Übermuttis schreiben? Aber jetzt hab ich mich bestimmt schon disqualifiziert, weil ich nach einem Jahr nicht wieder arbeiten gehe (ja, ich habe keinen Krippenplatz bekommen!) oder eben weil ich einen Blog über das b’emmchen schreibe oder eine Wimpelkette für den Geburtstag gebastelt habe.

Toll. Zu welcher Gruppe soll ich mich jetzt stellen? Immerhin bekommt man bei all den Postings den Eindruck, dass es nur diese 2 Arten von Muttis gibt. (Man sollte über einen Muttizoo nachdenken, damit Frauen, die noch nicht dazu gehören (haha ja der Mutticlub) sich mal anschauen können, was aus ihnen wird, wenn sie dann mal so ein Kind haben).

Vielleicht könnten die Übermuttis (wenn sie wirklich existieren sollten) die Meinung der Untermuttis (wenn sie überhaupt so heissen) und andersrum akzeptieren. Und die Stillmamis nicht immer gegen die Flaschenmamis wettern und die Selbstkochmamis nicht gegen die Gläschenmamis und die Tragetuchmamis nicht gegen die Kinderwagenmamis. Wär das nicht toll? Hm …