11 Stunden Betreuungszeit.

Ab 1.10. wird unser Tag so aussehen:

06:00 – aufstehen

07:00 – b’emmchen in die Kita bringen

07:45 – auf Arbeit fahren

17:00 – Arbeit fertig – zur Kita fahren

17:45 – b’emmchen holen

18:00 – hoffentlich zu Hause ankommen, Haushalt machen, Essen kochen

19:00 – der Liebste kommt heim, essen, b’emmchen fertig für’s Bett machen

20:00 – b’emmchen ins Bett bringen

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich wirklich vorschlagen soll die 37,5 Stunden Woche zu machen. Ich wusste auch nicht, ob es überhaupt durchgeht – aber seit heute hab ich es schriftlich und eigentlich freue ich mich auch sehr. Mein Mutterherz hingegen ist da echt in einem Zwiespalt. Zum Einen weiß ich nicht, ob sie sich wirklich wohl in der Kita fühlt und ob sie nicht doch Probleme mit einer Erzieherin hat – im Moment deuten alle Zeichen darauf hin – Ängstlichkeit, wenn sie die Person sieht usw. Zum Anderen sind es 11 Stunden Betreuungszeit – mehr kann man gar nicht beantragen. Und da kommt der Punkt wo ich mich schlecht fühle. Werde ich die einzige Mama sein, die ihr Kind am Freitag Abend um 18 Uhr abholen wird? Wird mein Kind die Letzte sein, die so spät abgeholt wird? Werden wir als Familie überhaupt noch genügend Zeit haben? Ich weiß es nicht.
Wir müssen uns besser organisieren, damit der Haushalt und alles andere weiter läuft. Vermutlich wird sich alles aufs Wochenende lagern, oder wenn sie dann im Bett ist – aber da brauch ich auch nicht mit staubsaugen anfangen.

Auf der anderen Seite bin ich aber auch froh, dass ich mir am Monatsende nicht mehr so viele Gedanken machen muss wie was bezahlt wird. Das war viele Jahre so und das möchte ich auch nicht mehr machen müssen. Wirklich nicht. Sowas zermürbt.

Wie lange ist eure Betreuungszeit? Was wäre für euch die maximale Zeit in der euer Kind in die Kita geht?

Eifersucht, Erfolg und Rückschläge

Gestern hat der Liebste eine ganz wunderbare Nachricht bekommen was den beruflichen Erfolg betrifft. Ich hab mich wirklich sehr für ihn gefreut und tue es auch jetzt noch. Es macht mich wahnsinnig stolz, dass seine monatelange Lernarbeit, die er von sich aus macht und die ihm Freude bereitet endlich Früchte trägt. Ich bewundere ihn, dass er das so durchzieht, auch mit Rückschlägen, immer nach Lösungen sucht, quer denkt und seinen Weg geht.
Und dann kommt dieses dumpfe Gefühl und diese innere Stimme in mir hoch. „Und was ist mit mir?“
Ich bin zu Hause, habe die Kleine und komme beruflich null vorwärts. Wie auch. Wir haben keinen Krippenplatz, auch nicht in Aussicht und müssen warten. Allein die Tatsache, dass wir am Wochenende zwei Shops gesehen haben wo Personal gesucht wird und ich liebend gern meine Bewerbung abgegeben hätte und es nicht kann, weil ich keine Betreuung habe, macht mich unendlich traurig und wütend. Wütend auf die Stadt, weil sie es nicht fertig bringen genügend Plätze für die Kinder bereit zu stellen, obwohl seit vielen Jahren abzusehen war, dass es irgendwann zu dieser Worstcasesituation kommt.

In Dresden leben viele junge Familien – mit Kindern. Es ziehen viele Familien in die Stadt – und das ist kein neuartiger Trend – das ist jahrelange Tatsache und es passiert nichts. Und unendlich viele junge Mütter bleiben auf der Strecke, dürfen und können sich nicht verwirklichen, weil sie zu Hause bleiben müssen. Klar liebe ich mein Kind über alles, aber ich liebe es auch meiner Arbeit nach zu gehen, etwas zu schaffen, meinen Kopf mit anderen Dingen zu füllen als mit Windelinhalten, Brei und Co.

Ich bin an einem Punkt angelangt wo ich sehr sehr unzufrieden bin, niedergeschlagen und nicht weiter komme. Und ich habe keine Ahnung wie ich aus diesem Loch rauskomme.

Die Sache mit der Tagesmutter

Ich hatte ja hier schon mal von der Tamu geschrieben – Ende Juni ist nun auch schon länger vorbei und naja .. was soll ich sagen? Wir mussten den Platz absagen.
Beim Vorstellungstermin hatte sie leider nicht erwähnt, dass sie zu den Betreuungskosten zusätzlich nochmal 200 Euro für Essen möchte. Die 200 Euro erklärte sie damit, dass sie sich immer frische Bioprodukte vom Bauern und aus dem Naturkostladen liefern lässt.

Es ist ja wirklich schön, dass sie sich so eine Mühe mit der Ernährung der Kinder macht, aber 200 Euro? Hallo?! B’emmchen isst fast nichts – das ist nun mal so und damit haben wir uns abgefunden. Wenn es Mittags 100 Gramm Brei sind, dann ist das viel. Das Meiste bekommt sie noch über Milch – einfach weil sie essen nicht so toll findet. Sie entdeckt gerade das selbständige Essen – finde ich gut und unterstütze ich auch. Obst, Gemüse, Zwieback und Co bekommt sie in die Hand und dann kann sie probieren.

Mag sein, dass sie vielleicht bei der Tamu anders essen würde – weiss ich aber nicht und mir ist das einfach zuviel Geld. Wenn wir hier gut durchplanen und Einkaufszettel schreiben, kommen wir zu Dritt mit diesem Budget für einen Monat aus.

Rund 500 Euro (inkl. Betreuungskosten, Essengeld, Windeln und Aktivitäten bei der Tamu) sind einfach zuviel.

Es frustiert mich ehrlich. Ich merke, dass sie gern unter anderen Kindern ist und die Abwechslung beim spielen liebt. Und trotzdem kann ich sie weder in eine Krippe geben, weil keine Plätze frei sind, noch zu einer Tamu, weil sie entweder zu teuer sind oder auch keine Plätze haben.

Was das jobmäßig und finanziell bedeutet, brauch ich ja eigentlich nicht erwähnen.

Der erste Besuch bei der Tagesmutter

Ja, wir haben tatsächlich eine Tamu gefunden, die für dieses Jahr noch einen Platz ab September frei hat. Sie wohnt nur 5 km entfernt in einem Haus im Grünen.

Als wir ankamen saßen grad 4 Kinder auf dem Boden und es gab den Morgenkreis. Tag begrüssen, singen usw. Wir haben uns einfach dazu gesetzt und das B’emmchen tat so als ob sie schon alles kennt und hat sich sofort wohl gefühlt. Die Tamu kann toll singen und Gitarre spielen und die Kinder machten auch einen zufriedenen Eindruck. Eine gute Ausgangssituation also.

Dann haben sich die Kids uns vorgestellt: Elisabeth, Julius, Laura und Vincent. Ein Kind hatte Urlaub – Mama-Kind-Tag 😉
Bei den Namen fällt auf, dass der Chantalismus und Kevinismus rückläufig ist, oder? Oder sind das die neuen „bösen“ Namen?

Beim Obst-Frühstück erzählte dann die Tamu ein wenig von sich und der Gruppe. Sie sind viel draussen (toll), sie haben im Haus und ausserhalb viele Tiere (auch toll) und sie erzieht hin zu Selbständigkeit. Inwieweit hat sie nicht gesagt, aber das wird sich noch rausstellen.

Insgesamt waren wir fast 1 1/2 Stunden da – Ende Juni bekommen wir Bescheid, ob wir den Platz bekommen oder nicht.

Daumen drücken bitte!