Eifersucht, Erfolg und Rückschläge

Gestern hat der Liebste eine ganz wunderbare Nachricht bekommen was den beruflichen Erfolg betrifft. Ich hab mich wirklich sehr für ihn gefreut und tue es auch jetzt noch. Es macht mich wahnsinnig stolz, dass seine monatelange Lernarbeit, die er von sich aus macht und die ihm Freude bereitet endlich Früchte trägt. Ich bewundere ihn, dass er das so durchzieht, auch mit Rückschlägen, immer nach Lösungen sucht, quer denkt und seinen Weg geht.
Und dann kommt dieses dumpfe Gefühl und diese innere Stimme in mir hoch. „Und was ist mit mir?“
Ich bin zu Hause, habe die Kleine und komme beruflich null vorwärts. Wie auch. Wir haben keinen Krippenplatz, auch nicht in Aussicht und müssen warten. Allein die Tatsache, dass wir am Wochenende zwei Shops gesehen haben wo Personal gesucht wird und ich liebend gern meine Bewerbung abgegeben hätte und es nicht kann, weil ich keine Betreuung habe, macht mich unendlich traurig und wütend. Wütend auf die Stadt, weil sie es nicht fertig bringen genügend Plätze für die Kinder bereit zu stellen, obwohl seit vielen Jahren abzusehen war, dass es irgendwann zu dieser Worstcasesituation kommt.

In Dresden leben viele junge Familien – mit Kindern. Es ziehen viele Familien in die Stadt – und das ist kein neuartiger Trend – das ist jahrelange Tatsache und es passiert nichts. Und unendlich viele junge Mütter bleiben auf der Strecke, dürfen und können sich nicht verwirklichen, weil sie zu Hause bleiben müssen. Klar liebe ich mein Kind über alles, aber ich liebe es auch meiner Arbeit nach zu gehen, etwas zu schaffen, meinen Kopf mit anderen Dingen zu füllen als mit Windelinhalten, Brei und Co.

Ich bin an einem Punkt angelangt wo ich sehr sehr unzufrieden bin, niedergeschlagen und nicht weiter komme. Und ich habe keine Ahnung wie ich aus diesem Loch rauskomme.

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12 Kommentare zu “Eifersucht, Erfolg und Rückschläge

  1. Ja, das ist echt weiter eine ganz große Krux in der Gesellschaft. Angeblich kriegen die Franzosen diesen Balance-Akt zwischen „Frau im Beruf UND als Mutter“ ja viel besser hin als wir.
    In dem Punkt bin ich tatsächlich froh ein Mann zu sein, da haben wir es einfacher. Allerdings auch nur an der Oberfläche, denn aus dem gleichen Grund, den du schilderst, habe ich bis heute gar kein Kind. Die Frauen weigerten sich bisher einfach sich auf dolche Situationen einzulassen und zogen „erstmal Karriere“ immer vor. Was aber kein Vorwurf ist, sondern nachvollziehbar.

  2. Evtl. gibt es ja auch die Möglichkeit, die Kleine bei einer Tagesmutter statt in der Kinderkrippe unterzubringen? Hier in Braunschweig nehmen viele Tagesmütter die Kleinen auch schon im Krippenalter.

    Ich drück dir die Daumen, dass ihr bald einen Ausweg findet!!!

  3. Zieht hier hin wir haben genug Plätze ich bring dich rein 😉 Nein Spaß bei Seite,ich find´s auch total doof das die Gesellschaft es nicht hinbekommt genug Plätze zu organisieren. Ich wünsch dir ganz viel Glück vielleicht ergibt sich ja bald eine andere Möglichkeit? Ein Babysitter wär wahrscheinlich zu teuer,oder?

  4. Hab mich insgeheim schon gefragt wann der Tag kommt.
    Irgendwann is jeder so weit, es sei denn es wurde ihm von Kindstagen an so beigebracht, daß eine Familie zu gründen zur Selbstverwirklichung reicht (ich kenn da jemanden *zwinkerzwinker*).

    Denk mal zurück und überleg mal wie schnell die Zeit jetzt vergangen ist, seit die Kleine auf der Welt ist. Die wird weiterhin so schnell vergehen, und dann kriegt ihr auch nen Betreuungsplatz für sie.

    Spätestens dann greifst du wieder an!

    Und wer weiß, in ein paar Jahren bist du vielleicht über diese erzwungene Situation jetzt sogar froh? Ich denke daß viele Mütter die zeitnah nach der Geburt wieder ins Berufsleben zurückgekehrt sind wehmütig zurückblicken, weil sie die ersten Monate (und ja, auch Jahre) intensiver mit ihrem Kind hätten verbringen wollen. Das schafft doch auch noch mal ne ganz andere Art von Bindung.

    So seh ichs jedenfalls…

    • Das mag schon stimmen, aber das ist ja nur die Spitze.

      Kinderkrippe würde sie mehr mit anderen Kindern zusammen bringen, Stichwort Sozialverhalten. Sie würde sich auch einiges anschauen können, zb beim essen was ja hier nicht klappt.

      Zweiter Punkt ist auch das Finanzielle. Elterngeld gibt es jetzt nicht mehr. Bleibt sein Gehalt und das Kindergeld. Das war’s. Und wenn ich jetzt weiter denke und feststelle, dass er die ganze Zeit arbeiten ist und wir trotzdem nicht wirklich viel mehr haben als eine Familie die komplett zu Hause ist, dann könnt ich Wild um mich schlagen.
      Das ist nicht gerecht und das dürfte so nicht sein.

      Dritter Punkt: mein Sozialverhalten. Ich hab nicht nur Lust auf Muttis im Sandkasten. Ich will auch andere Themen, aber das ist ja da kaum möglich.

      Und so weiter..
      Ich bin heut einfach komplett frustriert und weiß nicht wohin damit 😦

  5. OH, von einer Stadt wie DD hätte ich das auch nicht erwartet … lass dich nicht unterkriegen, genieße die Zeit noch ohne Job. Ich spreche hier als Mutti, die einen Full-Time-Job hat und die gesamte Familie ernähren muss, … das ist kein Zuckerschlecken und ich würde zu gerne für 1 Jahr wieder zu Hause bleiben, auch wenn es hier zu Hause auch nicht unbedingt meine Erfüllung wäre und ich mich wahrscheinlich sehr bald nach einem Job sehnen würde, …

  6. Das ist ein weit greifendes Problem, wir stehen im Grunde vor dem selben. Zwar bin ich diejenige die arbeitet (und ich verstehe dich voll und ganz – nur Kinder und Haushalt koennte ich nicht), aber mein Mann ist auch oft frustriert. Nicht, weil er seinen Beruf vermissen wuerde, nein. Aber er wuerde sich gerne umorientieren; was nicht moeglich ist. Ohne Nachweis auf Arbeitstelle keine Betreuung unter drei Jahren und ohne Betreuungsplatz keine Arbeit. Zumindest hatten wir so viel Weitblick, Toechterchen gleich nach ihrer Geburt anzumelden, nachdem Soehnchen nach unserem Umzug noch ein Jahr zu seinem alten Kindergarten gefahren werden musste (auch da: ein Elternteil war ja zuhause, also hatten wir keinen Vorrang).
    Im Moment hoffen wir, dass wir in zwei Jahren wenigstens einen Kindergartenplatz bekommen, der meine Arbeitszeiten komplett abdeckt. Dann koennte mein Mann sich endlich umorientieren. Dennoch aendert das an der jetzigen Frustation doch nichts.

    • Ich bin ja ehrlich gespannt wie es ab nächstem Jahr wird, wenn jedem Kind ein U3 Platz zusteht. Hier in Dresden sollen eine Art Container aufgestellt werden wo die Kinder betreut wird. Allein bei der Vorstellung schüttelt es mich.

      • Ein Kontainer? Damit sich bloß alle noch drei Mal überlegen, ob sie wirklich arbeiten wollen? Wer will sein Kind schon in einem Kontainer absetzten?
        Und da fragen die sich, warum die Deutschen immer weniger Kinder kriegen …

  7. Hier in Potsdam genau das selbe. Ich hab die Tante von der Kitastelle (Rathaus) vollgeheult dass ich angst habe keinen Platz zu bekommen weil ich Arbeitslos bin & ergo kann ich auch nicht arbeiten ohne Betreuungsplatz.
    „Neein, wenn dann im Juni die Sommerferien sind, sind auch wieder plätze frei .. “

    Angst habe ich trotzdem ..

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