Ich mag das nicht, wenn ich ängstlich Auto fahre. Ich liebe Auto fahren, seit nun mehr schon 10 Jahren. Klar hatte ich schon einige Unfälle – mit einem Reh zum Beispiel. Das war mit meinem ersten Auto – Totalschaden. Oder auch wieder auf der Autobahn, als uns ein Busreifen entgegen kam – auch hier Totalschaden – das zweite Auto. Das habe ich heiß und innig geliebt und ich war so traurig – unglaublich – wo es sich doch nur um ein Auto handelt.
Und jetzt wieder – auch den Twingi mag ich einfach nicht hergeben wollen – ich warte immer noch auf den Anruf vom Gutachter und habe noch immer ein klein wenig Hoffnung, dass es dieses Mal kein Totalschaden ist. Zum einen ist der kleine Twingi von meinem Bruderherz, den er mir gegeben hab und ich versprochen hab gut drauf aufzupassen und zum anderen ist es das erste Auto mit dem das b’emmchen durch die Gegend gekutscht wurde. Immer hängen Erinnerungen dran.
Heute morgen fuhr ich mit Angstschweiß an den Händen auf die Autobahn – mit jedem Kilometer wurde ich nervöser – und wenn man eins nicht gebrauchen kann, dann ist es wenn man Angst hat. In der Nacht von Freitag auf Samstag konnte ich nicht schlafen, weil ich ständig wieder die Bilder vor Augen hatte wie wir uns so oft gedreht haben und letztendlich in die Leitplanke gekracht sind und dann quer auf der mittleren Spur standen. Beifahrerseite genau bei den auf uns zu kommenden Autos. B’emmchen und der Liebste genau im Schussfeld. Ich kann gar nicht sagen wie froh ich bin, dass nichts weiter passiert ist.
Ich weiß auch nicht mehr richtig wie alles abgelaufen ist. Keine Ahnung, ob ich gebremst habe, als ich die Kontrolle verlor – ob ich gegengelenkt habe – ich weiß es einfach nicht mehr.
Wir hatten im Handschuhfach eine kleine Kinderwarnweste, für den Fall das ein Unfall passiert – ich hab sie ihr nicht angezogen, weil ich so unter Schock stand. Ich hab auch den Kindersitz nicht in das Abschleppauto umgebaut – sie saß während der Fahrt einfach auf meinem Schoß – ich hab nicht mal die einfachsten Dinge geregelt bekommen.
Auch jetzt mache ich mir noch Vorwürfe – ich hätte besser aufpassen müssen. Das ist einfach so.



















